Das große Rätsel des Nichts: Eine unglaubliche Gedankenreise
Was ist eigentlich NICHTS?
Hast du schon einmal versucht, an NICHTS zu denken? Probier es mal aus! Schließe deine Augen und denke an… nichts. Klappt es? Wahrscheinlich nicht so richtig, oder?
Das liegt daran, dass unser Gehirn immer etwas denken will. Sobald wir versuchen, an nichts zu denken, denken wir schon an das Wort „Nichts“ oder sehen vielleicht Schwärze oder Leere vor unserem inneren Auge. Aber Schwärze ist ja schon etwas, keine echte Leere!
Der unmögliche Versuch: Nichts vorstellen
Stell dir vor, du hast eine magische Fernbedienung. Mit einem Knopfdruck lässt du alle Spielsachen in deinem Zimmer verschwinden. Mit dem nächsten Knopfdruck verschwindet dein Bett. Dann die Wände, der Boden, die Luft, das Licht… und am Ende drückst du einen Knopf, und alles verschwindet – sogar die Zeit und der Raum selbst!
Was bleibt dann übrig? Kannst du es dir vorstellen? Ist da noch irgendwas in deinen Gedanken? Vielleicht eine Farbe? Ein Gefühl? Oder denkst du an das Wort „Nichts“?
Ein lustiges Nichts-Experiment
Ein Lehrer sagte einmal zu seinen Schülern: „Denkt bitte eine Minute lang an nichts.“ Nach der Minute fragte er: „Woran habt ihr gedacht?“ Ein Kind antwortete: „An ein weißes Kaninchen.“ Verwundert fragte der Lehrer: „Warum denn an ein Kaninchen?“ Das Kind erklärte: „Weil ich die ganze Zeit versuchte, nicht an ein weißes Kaninchen zu denken!“
Je mehr wir versuchen, an nichts zu denken, desto mehr denken wir an etwas. Es ist wie beim Einschlafen – je mehr du versuchst einzuschlafen, desto wacher wirst du!
Die größte Frage überhaupt: Warum gibt es ETWAS statt NICHTS?
Stell dir diese riesengroße Frage vor: Warum gibt es überhaupt Dinge? Warum existieren wir, unser Planet, die Sterne und alles andere, wenn es doch viel einfacher wäre, wenn gar nichts da wäre?
Ein schlauer Mann mit einem schwierigen Namen – Gottfried Wilhelm Leibniz – stellte diese Frage vor langer Zeit. Er nannte sie „die grundlegendste Frage der Philosophie“: Warum gibt es etwas und nicht vielmehr nichts?
Philosophie ist übrigens das Nachdenken über große, wichtige Fragen des Lebens. Wie ein Abenteuer für den Kopf!
Was sagen kluge Köpfe dazu?
Menschen denken seit tausenden von Jahren darüber nach und haben verschiedene Ideen:
- Manche denken, dass es einen Grund geben muss, warum Dinge existieren.
- Andere sagen, vielleicht braucht es keinen Grund!
- Wieder andere überlegen, ob „nichts“ überhaupt möglich ist.
- Vielleicht ist „etwas sein“ einfacher als „nichts sein“.
Stell dir vor, „nichts“ ist wie eine leere Keksdose, die danach ruft, mit Keksen gefüllt zu werden. Aber bei einer echten Leere gäbe es nicht mal die Dose!
Ist absolute Leere überhaupt möglich?
Hier kommt etwas Verblüffendes: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass selbst der „leerste“ Raum im Weltall nie ganz leer ist!
Im Weltraum zwischen den Sternen schweben immer noch ein paar wenige Atome herum. Und selbst wenn man alle Atome entfernen würde, wäre da immer noch Energie und etwas, das Wissenschaftler „Quantenfluktuationen“ nennen.
Das sind winzige Teilchen, die aus dem „Nichts“ auftauchen und wieder verschwinden – wie kleine magische Seifenblasen! Der leerste Raum ist also trotzdem mit unsichtbaren „Zutaten“ gefüllt.
Wusstest du schon?
Der leerste Raum, den Wissenschaftler je erschaffen haben, hatte immer noch ein paar winzige Teilchen darin! Ein perfektes „Nichts“ konnte noch niemand erzeugen!
Wie ein eckiger Kreis – unmöglich!
Vielleicht ist „absolutes Nichts“ so etwas wie ein „eckiger Kreis“ – etwas, das wir mit Worten beschreiben können, aber das eigentlich unmöglich ist!
Kannst du dir einen Kreis mit Ecken vorstellen? Nein, denn sobald ein Kreis Ecken hat, ist er kein Kreis mehr! Genauso könnte es mit dem „Nichts“ sein – sobald wir darüber nachdenken, erschaffen wir schon etwas in unseren Köpfen, und es ist kein echtes „Nichts“ mehr.
Das Loch-Rätsel
Hier ist ein Rätsel für dich: Was wird größer, je mehr du davon wegnimmst?
Die Antwort ist: ein Loch! Je mehr Erde du aus einem Loch herausgräbst, desto größer wird das Loch!
Ein Loch ist fast wie nichts – es ist die Abwesenheit von etwas, wo vorher etwas war. Aber ein Loch kann nur existieren, wenn etwas um es herum ist. Ohne den Sandkasten hätte das Sandloch keinen Platz zum Existieren!
Das zeigt uns eine wichtige Erkenntnis: Vielleicht brauchen wir das „Etwas“, um das „Nichts“ überhaupt definieren zu können – so wie wir einen Donut brauchen, um das Loch in der Mitte zu haben!
Was wäre, wenn es absolut NICHTS gäbe?
Stell dir vor, es gäbe wirklich absolut nichts: keinen Planeten Erde, keine Sterne, keinen Weltraum, keine Menschen, keine Gedanken…
Aber wer würde dann darüber nachdenken, dass es nichts gibt? Das ist total verwirrend für unser Gehirn!
Es ist wie der Versuch, sich vorzustellen, was ein Fisch über Wasser denkt, wenn er noch nie außerhalb des Wassers war. Der Fisch hat keine Vorstellung davon!
Die magische Brille
Stell dir vor, du hättest eine magische Brille, mit der du sehen könntest, was vor dem Urknall war – bevor es Planeten, Sterne oder selbst Zeit gab. Was würdest du sehen?
Die Antwort ist: Du könntest nichts sehen! Denn zum Sehen braucht man Lichtstrahlen, die ins Auge fallen. Aber es gäbe keine Lichtstrahlen, keine Augen und nicht einmal die magische Brille selbst!
Unser brodelndes Universum
Wissenschaftler haben etwas Erstaunliches entdeckt: Selbst die „Leere“ in unserem Universum ist nicht wirklich leer!
Sie haben herausgefunden, dass selbst der leerste Raum im Universum voller winziger Energiesprünge ist. Es ist, als wäre die Leere wie eine brodelnde Suppe, aus der manchmal für einen winzigen Moment kleine Teilchen auftauchen und wieder verschwinden!
Das bedeutet: Die Leere ist gar nicht leer! Ist das nicht verrückt?
Was bleibt, wenn alles weg ist?
Wenn du dein Zimmer aufräumst und all dein Spielzeug wegräumst, ist dein Zimmer dann „nichts“?
Natürlich nicht! Dein Zimmer wäre zwar aufgeräumt und leer von Spielzeug, aber es wäre noch voll mit Luft, Licht, dem Boden, den Wänden und der Decke.
Und selbst wenn wir all das wegnehmen könnten, wäre da immer noch der Raum selbst! Also selbst das leerste, aufgeräumteste Zimmer der Welt ist noch meilenweit vom „absoluten Nichts“ entfernt!
Leider funktioniert die Ausrede „Aber Mama, verglichen mit dem Konzept des absoluten Nichts ist mein Zimmer praktisch leer!“ wahrscheinlich nicht bei deinen Eltern. Aber einen Versuch ist es wert!
Denk-Abenteuer für dich
Hier sind einige Denk-Abenteuer, die du ausprobieren kannst:
- Schau dir eine leere Schachtel an. Ist sie wirklich leer oder ist sie voll mit Luft, Licht und Möglichkeiten?
- Sprich mit deinen Eltern oder Freunden über die Frage: „Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts?“ Die Antworten könnten sehr spannend sein!
- Versuche mit geschlossenen Augen, eine Minute lang an nichts zu denken. Klappt es? Was hast du stattdessen gedacht?
Eine wunderbare Erkenntnis
Zum Abschluss unserer Gedankenreise über das Nichts gibt es etwas Wunderbares zu entdecken: Wir leben in einem Universum, das so voller Dinge ist, dass selbst sein „leerer“ Raum mit Energie und Möglichkeiten gefüllt ist!
Vielleicht ist „Nichts“ nur eine Idee, die wir uns ausgedacht haben – wie ein eckiger Kreis. Unser Gehirn ist so wunderbar kreativ, dass es immer etwas erschafft, selbst wenn wir versuchen, an nichts zu denken!
Und vergiss nicht: Selbst wenn du an nichts denkst, denkst du schon an etwas!
Deine Gedanken sind wie Sterne, die die Dunkelheit erhellen. Bleib neugierig und stelle weiter die großen Fragen!