Die Drachen unserer Zweifel

Ben und Pia sprechen über die kleinen Zweifel-Drachen, die auf unseren Schultern sitzen und uns einreden, dass wir etwas nicht schaffen. Sie entdecken, wie man diese Drachen kleiner machen kann und welche Superkräfte mutige Taten haben.

Die Zweifel-Drachen und wie du sie zähmen kannst

Ein unerwarteter Gast auf deiner Schulter

Hast du dich schon einmal gefragt, woher diese kleine Stimme in deinem Kopf kommt, die sagt: „Das schaffst du nie!“ oder „Was, wenn alle lachen?“ Stell dir vor: Jedes Mal, wenn du an dir zweifelst, erscheint ein winzig kleiner Drache auf deiner Schulter!

Diese besonderen Wesen nennen wir Zweifel-Drachen. Sie sind keine normalen Drachen wie in Märchenbüchern. Diese Drachen sitzen unsichtbar auf unseren Schultern und flüstern uns Dinge ins Ohr, die uns unsicher machen.

Wie Zweifel-Drachen wachsen

Das Knifflige an diesen Drachen: Sie werden größer, je mehr wir ihnen glauben! Mit jedem Zweifel, den du ernst nimmst, wächst dein Drache ein bisschen. Erst ist er so klein wie eine Ameise, dann wie ein Hamster, und irgendwann könnte er so groß und schwer werden wie ein Hund oder sogar ein Elefant!

Stell dir vor, wie schwer es wäre, mit einem elefantengroßen Drachen auf deiner Schulter zur Schule zu gehen oder Fahrrad zu fahren. Diese Last würde dich richtig bremsen!

Verschiedene Drachen für verschiedene Zweifel

Wusstest du, dass jeder Mensch ganz unterschiedliche Zweifel-Drachen hat? Hier sind einige, die viele Kinder kennen:

  • Der Auftritts-Drache: Flüstert „Alle werden lachen, wenn du vor der Klasse sprichst!“
  • Der Mathe-Drache: Zischt „Diese Aufgabe ist viel zu schwer für dich!“
  • Der Sportplatz-Drache: Murmelt „Die anderen werden dich nicht mitspielen lassen.“
  • Der Finsternis-Drache: Raunt „Im Dunkeln lauern Monster unter deinem Bett!“

Die geheime Schwäche der Zweifel-Drachen

Aber jetzt kommt die gute Nachricht: Diese Drachen haben eine geheime Schwäche! Es gibt etwas, wovor sie richtig große Angst haben. Und das ist… Mut!

Jedes Mal, wenn du etwas Mutiges tust – besonders wenn du etwas tust, obwohl der Drache dir sagt, dass du es nicht kannst – dann schrumpft der Drache! Er wird kleiner und leichter.

Ein Beispiel: Der Schwimm-Drache

Stell dir vor: Ein Kind hat Angst vor tiefem Wasser. Auf seiner Schulter sitzt ein großer Schwimm-Drache und flüstert: „Du wirst untergehen! Du kannst nicht schwimmen!“

Das Kind könnte so mutig sein und jeden Tag ein kleines bisschen tiefer ins Wasser gehen. Erst nur bis zu den Knien, dann bis zum Bauch, dann bis zu den Schultern. Mit jedem mutigen Schritt würde der Schwimm-Drache ein bisschen schrumpfen – von Elefantengröße auf Hundegröße, dann auf Katzengröße, und irgendwann vielleicht auf Ameisengröße!

Was ist eigentlich Mut?

Aber was bedeutet es eigentlich, mutig zu sein? Hier kommt eine wichtige Überraschung: Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, etwas zu tun, OBWOHL man Angst hat.

Das ist wie ein Geheimrezept für Drachenschrumpfung! Du musst nicht furchtlos sein, um mutig zu sein. Selbst wenn deine Knie zittern wie Wackelpudding – wenn du trotzdem etwas versuchst, bist du mutig und dein Zweifel-Drache schrumpft!

Wusstest du schon?

Sogar die mutigsten Menschen der Welt haben Zweifel-Drachen! Astronauten, Sportlerinnen, Erfinder – sie alle haben diese kleinen Stimmen, die sagen: „Das schaffst du nie!“ Der Unterschied ist nur, dass sie gelernt haben, trotz ihrer Drachen mutige Dinge zu tun.

Wow! Ist das nicht eine Erleichterung? Du musst keine Superheldin sein, um deine Drachen zu besiegen. Du musst nur bereit sein, kleine mutige Schritte zu machen.

Gib deinem Drachen einen Namen

Ein toller Trick, um mit Zweifel-Drachen umzugehen: Gib ihnen lustige Namen! Wenn du deinen Drachen benennst, fühlt er sich nicht mehr so beängstigend an.

Zum Beispiel könnte ein Mathe-Drache „Zifferschnuff“ heißen. Und wenn er anfängt zu flüstern, könntest du sagen: „Hör mal, Zifferschnuff, ich werde diese Matheaufgabe trotzdem versuchen, auch wenn du denkst, dass ich es nicht kann!“

Oder ein Drache, der dir sagt, dass du nicht gut zeichnen kannst, könnte „Kritzelkratz“ heißen. Lustige Namen machen die Drachen kleiner, noch bevor du etwas Mutiges tust!

Erfinde deinen eigenen Drachen

Wie sieht dein Zweifel-Drache aus? Ist er rot mit gelben Punkten? Hat er kleine Flügel oder große? Trägt er eine Brille? Je genauer du dir deinen Drachen vorstellen kannst, desto besser kannst du ihn zähmen!

Du kannst sogar ein Bild von deinem Drachen malen. Mal ihn erst groß, wenn er voll mit Zweifeln ist, und dann ganz klein, nachdem du etwas Mutiges getan hast!

Sind alle Drachen schlecht?

Eine wichtige Frage: Sind alle Zweifel-Drachen böse und gemein? Tatsächlich nicht! Manche Drachen wollen uns vor echten Gefahren schützen.

Wenn dein Drache sagt: „Spring nicht von dieser hohen Mauer,“ dann hat er vielleicht recht! Das ist ein nützlicher Warndrache, kein gemeiner Zweifel-Drache.

Die Kunst ist, den Unterschied zu erkennen: Ein Warndrache will dich vor echter Gefahr schützen. Ein Zweifel-Drache will dich nur aus Angst aufhalten, obwohl du eigentlich etwas Tolles erleben könntest.

Kleine mutige Schritte

Hier ist noch ein Super-Geheimtipp: Du musst nicht gleich den allermutigsten Schritt machen. Kleine mutige Schritte lassen den Drachen auch schrumpfen!

Wenn dein Zweifel-Drache sagt „Du kannst niemals vor der ganzen Schule sprechen“, musst du nicht gleich eine Rede vor allen halten. Du könntest:

  • Erst vor deinem Kuscheltier sprechen
  • Dann vor einem Freund oder einer Freundin
  • Dann vor einer kleinen Gruppe
  • Und irgendwann, wenn dein Drache schon viel kleiner ist, vor der ganzen Klasse

Mit jedem kleinen Schritt schrumpft dein Drache ein bisschen mehr!

Mach mit: Ein Experiment!

Hier ist ein kleines Experiment für dich: Überlege dir einen Zweifel-Drachen, den du hast. Gib ihm einen lustigen Namen. Und dann überlege: Was ist ein kleiner, mutiger Schritt, den du machen könntest, um ihn ein bisschen schrumpfen zu lassen?

Zum Beispiel: Wenn dein „Freundschafts-Drache“ namens „Grummelgrumpf“ dir sagt, dass niemand mit dir spielen will, könnte dein mutiger Schritt sein, ein Kind zu fragen, ob ihr zusammen spielen wollt. Bumm! Schon wird Grummelgrumpf ein Stückchen kleiner!

Die Superkraft des Mutes

Wenn du regelmäßig mutige Dinge tust, passiert etwas Erstaunliches: Du entwickelst eine richtige Superkraft! Deine „Mutig-sein-Muskeln“ werden stärker, genau wie deine Armmuskeln beim Klettern stärker werden.

Und je stärker deine Mutig-sein-Muskeln werden, desto leichter fällt es dir, Drachen zu schrumpfen. Das ist wie ein toller Kreislauf: Mehr Mut macht Drachen kleiner, und kleinere Drachen machen es leichter, mutig zu sein!

Der Zweifel-Drachen-Zähmer-Orden

Stell dir vor, es gibt einen geheimen Orden der Zweifel-Drachen-Zähmer! Mit jedem mutigen Schritt kommst du deinem Zähmer-Diplom näher. Auf diesem Diplom steht die wichtigste Lektion:

„Mutig sein heißt nicht, keine Angst zu haben – sondern trotz Angst etwas zu tun.“

Jedes Kind kann ein Zweifel-Drachen-Zähmer werden! Du brauchst nur:

  • Die Fähigkeit, deine Drachen zu erkennen
  • Den Mut, kleine tapfere Schritte zu machen
  • Die Geduld, deinen Drachen langsam schrumpfen zu lassen

Deine Reise als Drachenzähmer beginnt jetzt!

Du weißt jetzt, dass die kleinen und manchmal auch großen Zweifel in deinem Kopf eigentlich Drachen sind, die auf deiner Schulter sitzen. Du weißt auch, dass Mut ihre Schwachstelle ist und dass jeder mutige Schritt sie schrumpfen lässt.

Vielleicht hast du schon eine Idee, welchen Drachen du als Erstes zähmen möchtest? Vergiss nicht: Ein kleiner mutiger Schritt für dich ist ein großer Schrumpfschritt für deinen Drachen!

Und das Allerwichtigste: Selbst wenn deine Knie zittern – du bist trotzdem mutig. Denn mutig sein heißt nicht, keine Angst zu haben. Es heißt, trotz der Angst loszugehen und etwas zu wagen.

Also, liebe Drachenflüsterer und Zähmer-in-Ausbildung: Auf die Plätze, fertig, Drachen schrumpfen lassen!

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